| Startseite | Mein Leserbrief dazu in COLOR FOTO 2/93 |
Zuschriften auf meinen Leserbrief |
Die Fisheye-Abbildung Beilage zur Antwort auf die Zuschriften |
Die Wirkung des 15-mm-Objektivs kommt hier kaum zur Geltung,
da keine geraden Linien vorhanden sind,
deren Durchbiegung den Objektivtyp verraten würde
|
Artikel aus dem COLOR FOTO 8/92 - SPEZIAL "WEITWINKELOBJEKTIVE"
Die Bilder stammen aus dem Artikel.
Die ersten Objektive mit einem Bildwinkel von 180° nach allen Seiten waren nicht für die Kameras von Hobbyfotografen bestimmt,
und auch unter den Profis waren es nur die Wissenschaftsfotografen,
die solche Optik einsetzten:
Sie fotografierten damit Experimente in sehr engen Räumen oder aber den Sternenhimmel.
Dabei ist es zur Freude vieler Fotofans nicht geblieben;
heute stehen für normale Kleinbild-SLR-Systemkameras immerhin 15 Fisheye-Objektive zur Wahl.
Ausgewählt werden kann nicht nur zwischen den Objektiven verschiedener Hersteller,
sondern auch zwischen verschiedenen Fischaugen-Typen.
Die Abbildung eines kreisförmig zeichnenden Fisheye-Objektivs fällt durch die dunkle Bildumrandung auf,
auch wenn der Horizont gerade durch die Bildmitte verläuft
|
Verzeichnung als Bildelement:
Bei den Fisheye-Objektiven ist die tonnenförmige Verzeichnung nicht auskorrigiert.
Ein Effekt, der sich gestalterisch nutzen lässt
|
Beiden Fischaugen-Typen eigen ist die merkwürdige Art der Abbildung:
Alle Linien, die nicht durch die Bildmitte verlaufen,
werden zum Rand hin deutlich durchgebogen.
Mit anderen Worten:
Die tonnenförmige Verzeichnung ist hier nicht auskorrigiert.
Dieser Effekt lässt sich in verschiedener Weise nutzen.
Richtet man die Kamera waagerecht aus,
sind nur Linien außerhalb der Bildmitte betroffen.
Finden sich keine solchen Linien im Bild (etwa in der Landschaftsfotografie,
wenn der Horizont durch die Bildmitte verläuft),
lassen sich bei Vollformat-Fisheyes der große Bildwinkel und die enorme Ausdehnung der Schärfenzone nutzen,
ohne dass das Bild sofort den Rückschluss auf das Fischauge zulässt.
Legt man den Horizont dagegen in die untere Bildhälfte,
wird er schalenförmig durchgebogen,
während er sich in der oberen Bildhälfte nach oben wölbt und einen Teil der Weltkugel zu bilden scheint.
Das Sigma-Fisheye 2,8/15 mm mit einem Bildwinkel von 180 Grad
zeichnet sich durch eine gute optische Leistung bei erschwinglichem Preis aus
|
Wenn die Kamera mit Integralmessung arbeitet,
beeinflusst das dunkle Umfeld eines kreisförmig zeichnenden Fischauges die Belichtungsmessung und führt zu einer reichlicheren Belichtung als nötig.
Auch eine Mehrfeldmessung kann nicht erkennen,
dass der dunkle Bildrand den Rahmen um ein kleines, rundes Fischaugen-Bild darstellt und wird entsprechend falsch reagieren.
Ist die Kamera damit ausgestattet,
schaltet man auf Spotmessung um,
die bei angesetzten Fisheye einen so großen Teil des Motivs in der Bildmitte erfasst,
dass von Spotmessung im eigentlichen Sinn nicht die Rede sein kann.
(Natürlich wird das Messfeld nicht größer, wohl aber der Messwinkel.)
Von der Brennweite her ist ein 14-mm-Objektiv noch "unterhalb" vieler Fischaugen angesiedelt.
Im Unterschied dazu stürzen die Linien hier zwar, werden aber nicht gebogen
|
Die genaue Prüfung des Sucherbildes auf solche Belichtungsfallen hin ist also von besonderer Wichtigkeit. Wenn man schon dabei ist, das Sucherbild genauer zu betrachten, sollte man auch gleich den Bildaufbau kontrollieren. Ist der Vordergrund zu leer, hilft vielleicht schon ein Schritt zur Seite, um ein Blumenbeet, eine Pflastermalerei oder einen Strauch zu erfassen. Wirkt das Motiv nicht doch zu klein? Besonders sehr große Motive reizen zwar dazu, sie mit dem Fischauge in ein Bild zu pressen; sie verlieren dabei aber durch die drastische Verkleinerung oft von ihrer monumentalen Wirkung - es sei denn, man kann sehr nah an das Objekt herangehen.
Das Minolta-Fisheye 2,8/16 mm zeichnet formatfüllend. Vorteil:
Die Bildergebnisse sind vielfältiger nutzbar, zum Beispiel für die Diaschau
|
Das Canon-Fisheye 5,6/7,5 mm gehört zu den kreisförmig zeichnenden Fischaugen.
Vorteil: Das Bild erregt allein durch die Form Aufmerksamkeit
|
Gehört ein Fischaugenobjektiv in jede Ausrüstung? Sicher nicht. Wer aber das finanzielle Polster hat, ein Objektiv zu kaufen, das dann nur für spezielle Aufgaben geeignet ist, sollte es tun. Besonders die Vollformat-Fischaugen lassen sich in der Landschaft, in Inenräumen (nicht nur in engen Zimmern, sondern auch in großen Kirchenschiffen oder Schlössern) und in engen Altstadtgassen mit Gewinn einsetzen. Apropos "finanzielles Polster" - Objektive unterliegen im Grunde keiner Alterung. Eben deshalb sind gebrauchte Fisheye-Objektive immer einen Blick wert!
| Startseite | Seitenanfang | Mein Leserbrief dazu in COLOR FOTO 2/93 |
Zuschriften auf meinen Leserbrief |
Die Fisheye-Abbildung Beilage zur Antwort auf die Zuschriften |