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Optimierung für Fisheye-Bilder
Fisheye-Bilder sind schlechter, als sie sein könnten, weil alle Hersteller die flächentreue Abbildung zur Grundlage der Optik-Konstruktion machen.
Die winkeltreue Abbildung vermeidet die "Quetschungseffekte" der flächentreuen Abbildung.
Es gibt aber keine winkeltreuen Fisheye-Objektive.
Heute, wo Bilder eingescannt werden oder gleich digital fotografiert werden und Fotos ausgedruckt oder gleich am Computer betrachtet werden, gibt es die Möglichkeit, die digitalen Bilddaten zu manipulieren.
Die Bilddateien könnten so umgerechnet werden, dass ein flächentreues Bild in ein winkeltreues überführt wird.
Offensichtlich gibt es so ein Programm noch nicht.
Eigene Versuche mit Visual Basic führten zu einem Programm "Fototransformation" (Bild rechts).
Es ist universell ausgelegt ist aber nie mit allen Funktionen fertig geworden.
Die Umrechnungsfunktionen funktionieren zwar, aber ein halbfertiges Programm wollte ich nicht zur Verfügung stellen (Stand 2003).
2005 bin ich auf die Digitalfotografie umgestiegen und brauchte ein Programm, das Mengen von Fisheye-Bildern in einem Durchgang umrechnet.
So entstand "Fisheye Worker".
Inzwischen gibt es die Fisheye Worker − Familie.
2003 (vor FisheyeWorker) suchte ich unabhängig vom Programm "Fototransformation" eine frei verfügbare Software für Fisheye-Transformationen.
Die fand ich in den Panorama-Tools von Helmut Dersch.
Der nachfolgende Text beschreibt die Anwendung von Panorama-Tools,
aber auch die Eigenschaften des Originalbildes und der Transformationsergebnisse.
Panorama-Tools kennt die winkeltreue Abbildung nicht, hat dafür andere Funktionen, die mein Programm nicht hat.
Das ist die Korrektur realer Abbildungsfunktionen in Richtung der idealen Abbildung mittels eines Polynoms.
Die Korrektur erfolgt für die Farbkänäle Rot-Grün-Blau getrennt.
Bei gleichen Korrekturkoeffizienten in den Farbkanälen erfolgt eine Kennlinienkorrektur.
So lassen sich tonnen- oder kissenförmige Verzeichnungen ausgleichen.
Bei unterschiedlichen Koeffizienten lassen sich Farbrestfehler der Objektive ausgleichen.
Eigentlich wollte ich nur eine Farb- und Kennlinienkorrektur für mein Canon EF 2.8/15 Fisheye ermitteln.
Das gelang dann auch, nachdem ich die Correct-Funktion der Panorama-Tools untersucht habe.
Dann tauschte ich die Soll-Funktion "flächtreu" gegen die "winkeltreu"-Funktion aus.
Auch hier ließen sich Koeffizienten bestimmen, wobei der Restfehler kleiner ist als die Fehler der Testaufnahme.
So ermutigt bestimmte ich auch noch die Koeffizienten für die Umwandlung einer idealen flächentreuen Abbildung in eine winkeltreue Abbildung.
Dabei beträgt der Fehler unter 0,1% (Radius von der Mitte zum Bildpunkt), also etwa 1 Pixel, was praktisch nicht zu bemerken ist.
Die Fehler realer Optiken sind viel größer und bestimmen dann den Gesamtfehler.
Mit diesen Koeffizienten können auch mit Panorama-Tools flächentreu-zu-winkeltreu-Transformationen durchgeführt werden.
Diese Transformation erfolgt mit Correct, die anderen Transformationen üblicherweise mit Adjust oder
Remap.
Die in Adjust/Remap enthaltenen Umwandlungen sind stärker - sie mit Correkt nachzubilden wäre viel zu ungenau.
Correct-Funktion in den Panorama-Tools
Photoshop ist eine gute Bildbearbeitungs-Software.
Panorama-Tools kann als Plug-In in Photoschop eingebunden werden.
Es erscheint unter Filter und kann benutzt werden im RGB-Modus mit 8-Bit pro Farbkanal.
Die Correct-Funktion ist eine Rückwärtstransformation über ein Polynom.
Verwendet wird der Modus Radial.
Die Koeffizienteneingabe erfolgt unter "Options" im "Correct"-Dialog (zurück mit OK).
Mit OK im Correct-Dialog startet dann die Bildberechnung.
Die Funktion lautet:
r_src = a * r_dest 4 + b * r_dest 3 + c * r_dest 2 + d * r_dest
r_src = Quellradius, r_dest = Zielradius
Rückwärtstransformation bedeutet, dass ein Zielpunkt (als Radius von der Bildmitte aus) gegeben ist und der dazugehörige Quellpunkt über die Korrekturfunktion berechnet wird.
Das hat die Konsequenz, dass mit größeren Koeffizienten das Zielbild kleiner wird.
Mit a = 0, b = 0, c = 0, d = 1 erfolgt eine 1 : 1 Umrechnung - also keine Korrektur.
Die Funktion ist auf die Schmalseite des Bildes normiert.
Der Radius bis zur Schmalseite wird bei einer Koeffizientensumme von a + b + c + d = 1 auch wieder auf die Schmalseite transformiert.
Durch die Normierung auf die Schmalseite ist es egal, ob Quer- oder Hochkantaufnahmen vorliegen.
Eine Drehung des Bildes in 90° Schritten hat keinen Einfluss auf die Korrektur.
Die Länge der breiten Seite ist ohne Einfluss auf die Korrektur, solange sie nicht so stark beschnitten wird, dass sie zur Schmalseite wird.
Wenn sich die Schmalseite ändert, müssen die Koeffizienten angepasst werden.
Das ist dann der Fall, wenn sich die Korrekturkoeffizienten auf das volle Filmformat beziehen, das Bild aber bereits beschnitten wurde.
a_neu = a * (schmal_neu / schmal) 3
b_neu = b * (schmal_neu / schmal) 2
c_neu = c * schmal_neu / schmal
d_neu = d
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schmal :
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Pixel-Breite der schmalen Seite des Bildes, für das die vorgegebenen Koeffizienten a...d gelten.
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schmal_neu :
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Pixel-Breite der schmalen Seite des aktuellen Bildes, für das die Koeffizienten a_neu...d_neu ermittelt werden sollen.
|
Bei gescannten Dias zeigt das Dia ein etwa 1,2 mm keineres Format (nutzbarer Bereich wegen Verkantung evt. noch kleiner).
Die bessere Lösung ist es, zuerst das volle Format mit den Originalkoeffizienten zu korrigieren und erst dann das Bild zu beschneiden.
Ist das Bild bereits beschnitten, können die Koeffizienten, wie in den zuvor angegebenen Gleichungen gezeigt, korrigiert werden.
Einfacher ist es aber, die Arbeitsfläche (Canvas Size) zentrisch auf die Bezugsgröße zu bringen, mit den Originalkoeffizienten zu korrigieren und dann die Arbeitsfläche wieder zu beschneiden.
Flächentreu-nach-winkeltreu-Transformation
Bei der flächentreu-nach-winkeltreu-Transformation werden die Randbereiche gedehnt.
Das Zielbild ist kissenförmig verformt. Das maximale Rechteck, das sich aus dem Kissen herausschneiden lässt, hat stärkere Unterschiede in der Seitenlängen, als das Ursprungsbild.
Aus einem normalem Bildformat wird so ein Breitbild- bzw. Panoramaformat.
Die Diagonale des eingepassten Zielrechteckes ist kleiner, als der diagonale (Kissen-)Zipfelabstand.
Der diagonale Öffnungswinkel des rechteckigen Zielbildausschnittes ist kleiner, als der Öffnungswinkel des Ursprungsbildes.
Die Optimierung des Korrekturpolynoms braucht nur bis zu diesem neuen Öffnungswinkel zu gehen um so eine größere Genauigkeit bis zu diesem Wert zu erzielen.
Größere Einfallswinkel erscheinen nicht mehr im transformierten Bild und der ansteigende Fehler kann nicht gesehen werden.
Für die Ermittlung der Korrekturkoeffizienten wird von einem idealen (flächentreuen) Vollformat-Fisheye mit folgenden Daten ausgegangen:
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diagonaler Bildwinkel
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180°
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Bildseitenverhältnis
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3 : 2
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Damit ergeben sich ein HFOV (Horizontal Field Of View = horizontaler Bildwinkel) von 144° und ein VFOV (Vertical Field Of View = vertikaler Bildwinkel) von 92°.
Das eingepasste Rechteck im transformierten Bild hat ein Seitenverhältnis von etwa 29 : 17 und ein Öffnungswinkel von 160°.
Beim 36 mm x 24 mm - Format hätte das Objektiv eine Brennweite von 15,3 mm.
Transformation per Korrektur
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Bild in Photoshop öffnen
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Arbeitsfläche gegebenenfalls korrigieren (Rahmen erzeugen), dass das Bild einen 36 x 24 Bereich enthält.
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Die breite Seite der Arbeitsfläche auf 29 / 17 der schmalen Seite vergrößern.
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Menü "Filter" - "Panorama Tools" - "Correct" aufrufen.
Es erscheint der Dialog "Correct Option".
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Die Taste "Prefs" drücken und es erscheint der Dialog "If Source and Result are differently sized:".
Die Taste "More" drücken und es erscheint der Dialog "Bicubic Interpolator".
Ich empfehle, die Option "Sinc" für beste Interpolation auszuwählen.
OK und nochmal OK!
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Im Dialog "Correct Options" die Option "Radial shift" markieren (Häkchen).
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Die zu "Radial shift" gehörige Taste "Options" drücken.
Es erscheint der Dialog "Set Polynomal Coefficients for Radial Correction".
Für alle Farben die gleichen Koeffizienten eintragen: a = 0.0233, b = -0.1127, c = 0.0024, d = 1.0871, die Option "Radial" wählen, dann OK.
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Im Dialog "Correct Options" mit OK die Umrechnung starten.
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Bild fertigstellen (beschneiden) und speichern (unter).
Die angegebene Korrektur bezieht sich nicht auf mein Canon-Fisheyeobjektiv, sondern auf ein theoretisches (ideales) Fisheye, wie es im vorigen Kapitel beschrieben ist.
Sonderfälle:
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Wenn das Fisheye für die Bildfläche 36 x 24 vorgesehen ist, die Kamera aber das Format nicht nutzt (Canon-Beispiele: EOS IX [APS] 16,7 x 30,2, EOS 10D [digital] 22,7 x 15,1), dann ist das Bild trotzdem auf 36 x 24 zu bringen (Rahmen um Bild legen).
Oder man berechnet die Koeffizienten entsprechend des Höhenverhältnisses neu (siehe Kapitel "Correct-Funktion in den Panorama-Tools").
Aufgrund des kleineren Formates ist auch der sichtbare Bildwinkel weit unter 180° (EOS IX: 137°, EOS 10D: 106°).
Das Bild ist dann nicht mehr so fischaugemäßig und auch problemloser in ein normales umzuwandeln.
Die winkeltreu-Transformation ist nicht mehr so dringend, da die Detailquetschungen bei den verringerten Öffnungswinkeln viel geringer sind und möglicherweise nicht mehr stören.
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Bei einer Brennweite von 15,3 mm passen die 180° genau auf die 36 x 24 - Diagonale.
Bei anderen Brennweiten sind andere Arbeitsflächen einzustellen: Schmalseite = f * 24 mm / 15,3 mm.
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Für kleinere Brennweiten, wie 8 mm müsste zum Anpassen der Arbeitsfläche das Bild kleiner geschnitten werden.
Dann werden besser die Koeffizienten umgerechnet:
a_neu = a * (15,3 mm / f) ^ 3,
b_neu = b * (15,3 mm / f) ^ 2,
c_neu = c * (15,3 mm / f),
d_neu = d
und die Arbeitsfläche wird auf 36 x 24 angepasst.
Zu beachten ist dabei, dass die Korrektur nur eine Annäherung an die exakte winkeltreu-Funktion ist.
Die Korrektur ist für Bildwinkel von 160° optimiert (soviel bleibt diagonal nach der Transformation eines Vollformat-Fisheye-Bildes).
Bei 180° ist der Fehler mit 1,1 % etliche Pixel groß (zum Vergleich: 0,05 % Fehler bei 160°), aber praktisch doch noch akzeptabel.
Beispiel einer Fisheye-zu-Fisheye-Transformation
(von flächentreu nach winkeltreu)
Die folgende Aufnahme wurde mit einer Canon EOS 10 und einem Canon EF 2.8/15 Fisheye auf Diafilm gemacht.
Das gerahmte Dia wurde mit dem Filmscanner Canon CanoScan FS 2710 in der höchsten Auflösung eingelesen.
Die Auflösung beträgt 2720 dpi (Photoshop zeigt 2720,625 statt 2719,98 dpi) oder 107086 Pixel/Meter (laut BMP-Header).
Das gescannte Bild hatte eine Pixelgröße von 3888 x 2592 und entspricht 36,3 mm x 24,2 mm.
Der schwarze Rand durch den Diarahmen wurde abgeschnitten, so dass das Bild eine Pixelgröße von 3715 x 2445 bekam.
Das ist das Bild ohne den schwarzen Rahmen (Rahmen bitte wegdenken).
Der Bildtext "Originalaufnahme" bezieht sich auf die Verzeichnung (Abbildungsfunktion).
Die Farbdarstellung ist natürlich nicht "original".
flächentreues Fisheye, Arbeitsfläche durch schwarzen Rahmen auf 36 mm x 24 mm vergrößert |
Kameraschwenk für das darüberliegende Bild berechnet |
An diesem Bild (oben) möchte ich die flächentreue Abbildung erklären:
Die zwei eingekreisten Köpfe haben unterschiedliche Größen aufgrund der unterschiedlichen Entfernung.
Wird die Kamera so geschwenkt, dass der linke Kopf in die Bildmitte kommt und der mittlere an den Rand (berechnetes Bild rechts), dann bleiben trotzdem die Größenverhältnisse zwischen den zwei Köpfen erhalten.
Die Flächen der Gesichter ändern sich beim Schwenk nicht (flächentreu) - nur die Form.
Die flächentreue Darstellung eignet sich z.B. die Bestimmung des Bewölkungsgrades des Himmels (anfangs gab es Fisheyes nur für technische Zwecke).
Die Veränderung der Form ist im oberen Bild auf der rechten Seite an dem kugelförmigen Objekt (eine Vase?) zu sehen.
Eine Linie von der Bildmitte bis zum Kugelobjekt zeigt die radiale Richtung.
Die radiale Abmessung ist mit R bemaßt.
Rechtwinklich dazu ist die tangentiale Abmessung mit T bemaßt.
Das Verhältnis R / T zeigt die radiale Dehnung (hier Stauchung).
Die Stauchung wird stärker, je weiter das Objekt von der Bildmitte entfernt ist.
Die Stauchung macht Menschen an der Seite mager(er) und ist fotografisch unvorteilhaft.
Die winkeltreue Darstellung ist für die Menschendarstellung ein geigneteres Fisheye.
Da es dieses nicht gibt, rechnen wir das obere Bild Schritt für Schritt um (siehe Kapitel "Transformation per Korrektur"):
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Das obere Bild (jedoch ohne Rahmen) wird in Photoshop geöffnet.
Die Pixelgröße beträgt 3715 x 2445.
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Die Pixelgröße für 36 mm x 24 mm wird bestimmt und beträgt bei 2720 dpi 3855 x 2570.
Wenn die Arbeitsfläche auf diesen Wert vergrößert wird, entstünde um das Bild ein Rahmen, wie im oberen Bild.
Da das neue Seitenverhältnis 29 : 17 sein soll, stellen wir die Arbeitsfläche gleich auf 4384 x 2570 ein.
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Unter Menü "Filter" - "Panorama Tools" - "Correct" erscheint der Dialog "Correct Options".
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Die Taste "Prefs" drücken und es erscheint der Dialog "If Source and Result are differently sized:". Die Taste "More" drücken und es erscheint der Dialog "Bicubic Interpolator".
Ich empfehle, die Option "Sinc" für beste Interpolation auszuwählen.
OK und nochmal OK!
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Wieder im "Correct Options"-Dialog wird bei "Radial shift" ein Häkchen gesetzt und die danebenstehende Taste "Options" gedrückt.
Es erscheint der "Set Polynomal Coefficients for Radial Correction"-Dialog.
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Bei "Radial" ein Pünktchen setzen und die entsprechenden Werte in die Textfelder eintragen (siehe Bild rechts).
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Nach dem Schließen aller Dialoge beginnt die Berechnung.
Als Ergebnis entsteht das untere Bild.
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Das Bild muss so beschnitten werden, dass die Rahmenreste oben, unten, links und rechts verschwinden.
Anschließend wird das Bild unter einen anderen Namen gespeichert.
winkeltreues Fisheye, das unbeschnittene Bild direkt nach "Correct" |
Das berechnete Bild zeigt nun die winkeltreuen Darstellung des selben Motivs.
Eine Verformung des Kugelobjektes tritt nicht auf, wie auf dem Bild zu sehen ist.
Die Linien auf dem Mädchengesicht zeigen den Winkel zwischen Augen und Nase originalgetreu.
Die Linie zu dem Kugelobjekt geht auch durch das Kreuz auf dem Mädchengesicht.
Da keine Linie des Kreuzes mit der radialen Richtung übereinstimmt, würde mit einer Deformation des Kopfes sich auch der Schnittwinkel der beiden sich kreizenden Linien ändern.
Das zeigt, dass Deformationsfreiheit und Winkeltreue zusammenhängen.
In einer winkeltreuen Darstellung ändern sich die Schnittwinkel nicht beim Kameraschwenk.
Dass das Fensterkreuz links nicht ganz rechtwinklig ist liegt daran, dass nicht senkrecht auf das Fenster geschaut wird.
Das wäre auch dann der Fall, wenn es in der Bildmitte erscheinen würde (gleicher Standpunkt vorausgesetzt).
Beispiel einer Fisheye-zu Normal-Transformation
(von flächentreu nach gnomonisch)
Viele Menschen bevorzugen die normale Darstellung mit geraden Linien.
Mit Panorama Tools ist auch das möglich.
Das Ausgangsbild ist das gleiche Bild, wie im vorigen Kapitel.
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Das oberste Bild aus dem vorigen Kapitel (flächentreue Fisheyebild, jedoch ohne Rahmen - bitte wegdenken) wird in Photoshop geöffnet.
Die Pixelgröße beträgt 3715 x 2445.
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Die Pixelgröße für 36 mm x 24 mm wird bestimmt und beträgt bei 2720 dpi 3855 x 2570.
Die Arbeitsfläche wird genau auf diesen Wert vergrößert und es entsteht um das Bild der Rahmen, wie er im obersten Bild zu sehen ist (nicht wegdenken).
Mit dieser Einheitsgröße werden auch die Umrechnungen vereinheitlicht.
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Unter Menü "Filter" - "Panorama Tools" - "Adjust" erscheint der Dialog "Create Panorama".
Dort die Einstellungen "Insert" und "Use Options" einschalten.
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Die Taste "Prefs" wird gedrückt und es erscheint der Dialog "If Source and Result are differently sized".
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Häkchen setzen bei "(b) Save full sized Result to File" und mit der passenden "Browse"-Taste ein Arbeitsverzeichnis einstellen und einen Dateinamen (ohne Extension) eintragen.
Der Eintrag im Textfeld ist im nebenstehenden Bild "D:\Heimat\Peter\Eigene Bilder\PanoTools\ptools_result".
Die fertigen Bildateien bekommen dann den Namen "ptools_result3.{lfd.Nr.}.psd".
Häkchen setzen bei "(c) Open Result with Application".
Mit der passenden "Browse"-Taste die Programmdatei von Photoshop einstellen.
Im Textfeld des (Beispiel-)Bildes steht: "C:\Programme\Adobe\Photoshop 5.0\Photoshp.exe".
Ein Häkchen bei (d) kommt nur hin, wenn unter (c) eine Programmdatei für "Photoshop LE" (Light Edition) eingetragen ist.
Bei (a) kein Häkchen!
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Die Taste "More" drücken und es erscheint der Dialog "Bicubic Interpolator".
Ich empfehle, die Option "Sinc" für beste Interpolation auszuwählen.
OK und nochmal OK!
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Wieder zurück im "Create Panorama"-Dialog ("Insert" und "Use Option" sind gewählt) wird die Taste "Set" gedrückt und es erscheint der Dialog "Create Panorama Options".
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Für das Ausgangsbild (Bereich "Image") wurde das Format "Fisheye FFr" (Full FoRmat) gewählt.
Der HFOV (Horizontal Field Of View = horizontaler Bildwinkel) wäre auf 144° einzustellen.
Width (Breite) und Height (Höhe) sind auf die Werte des (umrahmten) Ausgangsbildes eingestellt.
Die Werte werden zwar nicht berücksichtigt, aber die Felder müssen positive Zahlen enthalten.
Für das Ergebnisbild (Bereich "Panorama") ist das Format "Rectilinear" zu wählen.
Der HFOV ist auf den gleichen Wert, wie oben einzustellen.
Width und Height werden entsprechend der gewünschten Zielbildgröße eingestellt.
Für eine volle Ausnutzung des Ausgangs- und Ergebnisbildes sollen sie im Verhltnis 89 : 30 stehen.
Da Panorama-Tools von einer winkellinearen (äquidistant) Fisheye-Funktion ausgeht, reale Fisheye aber flächentreu sind, ist genaugenommen keine Umrechnung mit Panorama-Tools möglich.
Der Fehler ist in der Bildmitte gering, nimmt aber am Rand sehr schnell zu und erreicht einige Prozent.
Im Bild unten ist der Fehler visuell nicht zu bemerken.
Der Fehler kann verringert werden mit HFOV-Einträgen von 147.8°.
Im nächsten Kapitel gehe ich noch einmal darauf ein.
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Nach dem Schließen aller Dialoge beginnt die Berechnung.
Es entsteht eine Photoshop-Bilddatei, die nach Abschluss der Berechnung geöffnet wird (unteres Bild).
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Das Bild muss so beschnitten werden, dass die Rahmenreste oben, unten, links und rechts verschwinden.
Anschließend wird das Bild gespeichert (evt. unter einem anderen Namen und Format).
"normales" Objektiv mit extremem Öffnungswinkel, das mit "Adjust" erstellte Bild |
Im berechneten Bild sind die geraden Objektkanten auch wirklich gerade dargestellt.
Gesichter dagegen werden an den Seiten extrem breitgezogen und oben oder unten langgezogen.
Diese Darstellung eignet sich eher für Architektur und Innenräume, als für Menschen, die bestenfalls in der Mitte bleiben sollten.
Aber auch für Innenräume ist der weite Winkel in der Breite zu extrem.
Ein Beschneiden der Breite auf ein Verhältnis von 3 : 2 wäre sinnvoll.
Für eine Berechnung eines Ergebnisbildes gleich im Format 3 : 2 müssten im Dialog "Create Panorama Options" die HFVO-Werte oben 144° (zur Fehlerverringerung besser 145,9°) und unten 115° eingegeben werden.
Falsche Fisheye-Funktion in den Panorama Tools
Beim Probieren mit dem Hochformat 2 : 3 und der passenden HFOV-Eingabe 92° wurde das Bild etwas kleiner.
Fisheyes, die Erdkarten-ähnlich den Blickrichtungswinkel linear in einen Radius umsetzen, nennt man winkellinear oder äquidistant.
Bei einem 3 : 2 -Bild sind dann HFOV : VFOV auch 3 : 2.
Bei Diagonal 180° sind HFOV = 150° und VFOV = 100°, beim Hochformat umgekehrt.
Beim Probieren mit 150° zu 100° zwischen Quer- und Hochformat stimmten die Ergebnisbilder überein.
Die tatsächlich flächentreuen Bilder hält Panorama Tools für winkellineare Bilder und rechnet sie entsprechend falsch um.
Analysen in einer Excel-Tabelle mit Diagramm zeigten, dass mit Zwischenwerten (zwischen 144° und 150°) die Fehler minimiert werden.
Je kleiner der diagonale Bildwinkel im Ergebnisbild ist, desto kleiner lässt sich mit passenden Werten der Fehler halten:
89 : 30 -Bild: diagonal 150°, Fehler 0,5 %,
quer: HFOV_real = 144,2°, HFOV-Eingaben 147.8 und 147.8
hoch: HFOV_real = 92,4°, HFOV-Eingaben 98.5 und 98.5
3 : 2 -Bild: diagonal 120°, Fehler 0,1 %,
quer: HFOV_real = 144,2°, HFOV-Eingaben 145.9 und 115
hoch: HFOV_real = 92,4°, HFOV-Eingaben 97.3 und 97.3
Diese Werte wurden bisher nicht praktisch überprüft.
Das hier Gesagte gilt nicht für die Correct-Transformationen, weil dort nicht auf die Pano - Fisheye-Funktion zurückgegriffen wird.
Die falsche Fisheye-Funktion führt auch zu Genauigkeitsproblemen beim Erstellen von Panoramen aus Fisheye-Bildern.
Normal zu winkeltreu
Normale Bilder wird man kaum in Fisheye-Bilder umrechnen.
Wenn auf einer Superweitwinkelaufnahme Menschen verzerrt dargestellt sind, hat man durch diese Transformation vielleicht doch eine Verbesserungsmöglichkeit.
Eine Transformation mit falschen Winkeln per Adjust wäre zwar möglich, aber hier habe ich einige Koeffizienten für die Correct-Methode.
Für Brennweiten unter 20 mm bitte die 14er Koeffizienten benutzen und ab 20 mm die 20er Koeffizienten.
Bei Brennweiten über 28 mm ist eine Korrektur nicht mehr nötig.
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Bild in Photoshop öffnen
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Arbeitsfläche so korrigieren (Rahmen erzeugen), dass die Schmalseite auf
24 mm * (f / 14 mm) bei f < 20 mm
oder 24 mm * (f / 20 mm) bei f >= 20 mm kommt.
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Die Breitseite kann meist bleiben.
Wenn sie aber schmaler wird, als die korrigierte Schmalseite, dann ist die Breitseite auf mindestens den Wert der neuen Schmalseite zu erhöhen.
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Menü "Filter" - "Panorama Tools" - "Correct" aufrufen.
Es erscheint der Dialog "Correct Option".
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Die Taste "Prefs" drücken und es erscheint der Dialog "If Source and Result are differently sized:".
Die Taste "More" drücken und es erscheint der Dialog "Bicubic Interpolator".
Ich empfehle, die Option "Sinc" für beste Interpolation auszuwählen.
OK und nochmal OK!
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Im Dialog "Correct Options" die Option "Radial shift" markieren (Häkchen).
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Die zu "Radial shift" gehörige Taste "Options" drücken.
Es erscheint der Dialog "Set Polynomal Coefficients for Radial Correction".
Für alle Farben die gleichen Koeffizienten eintragen:
bei f < 20 mm a = 0.0424, b = -0.0014, c = 0.0283, d = 0.7041 (14er Koeffizienten)
bei f >= 20 mm a = 0.0159, b = -0.0249, c = 0.0094, d = 0.8087 (20er Koeffizienten)
die Option "Radial" wählen, dann OK.
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Im Dialog "Correct Options" mit OK die Umrechnung starten.
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Bild fertigstellen (beschneiden) und speichern (unter).
Diese Werte wurden bisher nicht praktisch überprüft.